04. 11.
2016

Stifado -was lange schmort wird richtig gut-

Nach traumhaften Tagen am Meer, bin ich wieder in der herbstlichen Heimat gelandet. Wenn es gerade mal nicht vor sich hinnieselt, genieße ich diese Jahreszeit doch sehr. Aber ich schwelge immer noch in Erinnerungen an das leckere zyprische Essen!
Zyperns Küche ist durch eine Vielzahl fremder Kulturen geprägt. Türkische, orientalische und britische Einflüsse haben bis heute ihre Spuren hinterlassen. Geblieben ist auch der Linksverkehr, dem ich fast zum Opfer gefallen wäre ….aber das ist eine andere Geschichte.
Das Nationalgericht Zyperns ist das Meze, eine Abfolge von rund 15-20 kleineren Gerichten.
Unser Hotel lag leider in der Nähe eines sehr touristischen Ortes. Selbst die Kinder kommentierten nach einem kurzen Abstecher dorthin: „Einmal und nie wieder…“ Und ich war dort natürlich vergeblich auf der Suche nach einer ursprünglichen Taverne. Da wir schon einmal auf Zypern waren, hatten wir keinen Mietwagen, sondern haben unsere wenigen Ausflüge mit dem Taxi unternommen und hatten einen super netten Taxifahrer. Und siehe da: Costas Cousine betreibt in seinem Heimatdorf Xylofagou die idyllische Taverne Klokkos.

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Dorthin verirren sich kaum Touristen. Nur einige Briten, die in der Nähe Ferienhäuser haben, sind seit Jahren dort Stammgäste, verriet mir Elena, die sympathische Inhaberin. Offensichtlich ist sie davon ausgegangen, dass Foodblogger nicht nur gerne kochen und Essen fotografieren, sondern auch Unmengen essen.. Und so brachte Sie uns Schüsseln, Töpfchen, Pfannen, es nahm gar kein Ende!

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Es gab leckerste Köstlichkeiten: griechischem Salat, Taramas,Tahini, Tsaziki, Halloumi, kleine Fleischbällchen mit Kräutern und besondere Spezialitäten wie Kebabs (Lamm- oder andere Fleischstücke am Spiess).

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Mein Sohn war beim Eintreffen der Spieße etwas enttäuscht, er hatte nämlich mit einem Döner Kebab gerechnet. Sein Gesicht hättet Ihr sehen sollen! Aber sie waren so saftig und sehr lecker.
Und dann wurde uns Kleftiko serviert, ein Lammschmortopf aus dem Ofen. Dabei werden Lammstücke mit Kartoffeln, Zwiebeln und vielen Gewürzen für mindestens 12 Stunden in einem Ofen gegart. Dabei wird das Fleisch wunderbar zart und verliert seinen etwas strengen Geschmack.

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Kleftiko bedeutet ‚gestohlen‘ auf Griechisch. Laut einer zyprischen Überlieferung handelt es sich bei Kleftiko um ein Gericht, das vor vielen Jahrhunderten zubereitet wurde, nachdem ein Schaf oder eine Ziege aus der Herde gestohlen und das Fleisch anschließend für mehrere Stunden in einem Erdloch gegart wurde. Dieses Erdloch wurde mit Schlamm versiegelt, damit der aufsteigende Rauch nicht den Ort verriet, an dem sich die Diebe aufhielten.

Da wir ja alle weder Ofen noch Erdloch besitzen und einige von Euch vielleicht kein Lamm mögen, habe ich ein familienfreundliches zyprisches Gericht für Euch, ein Stifado. Das ist geschmortes Rindfleisch mit Zwiebeln, frischen Tomaten und vielen Gewürzen. Aber das Beste ist: während es so vor sich hinschmort, habt Ihr Zeit für viele andere Dinge, vielleicht ja für die Planung des nächsten Urlaubs.

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Stifado:

  • 1 kg Rindfleisch aus der Keule
  • Olivenöl
  • 500 g Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 50 g Tomatenmark
  • 300 ml passierte Tomaten
  • 400 g reife Tomaten
  • 120 ml Rotwein
  • 4 El Rotweinessig
  • 1 Zimtstange
  • 2 Prisen Muskat
  • 2 Prisen Kreuzkümmel
  • etwas frischen oder getrockneten Oregano

In einem Schmortopf 2 Esslöffel Olivenöl erhitzen und das in ca. 2 cm große Stücke gewürfelte Rindfleisch unter ständigem Wenden kurz anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen und aus dem Topf nehmen. Dann die kleingeschnittenen Knoblauchzehen, die Zimtstange, das Oregano, den Muskat, Kreuzkümmel und das Tomatenmark in den Schmortopf geben und anschwitzen. Anschließend mit dem Rotweinessig ablöschen. Das Fleisch, die passierten Tomaten, 400 ml Wasser und den Rotwein dazugeben. Jetzt wird der Topf mit geschlossenem Deckel für 1 Stunde in den auf 180° vorgeheizten Ofen gegeben. In der Zwischenzeit werden die Zwiebeln geschält, geviertelt, kurz in Olivenöl angebraten und dann in den Topf gegeben, der noch einmal für 40 Minuten in den Ofen wandert. In den letzten 10 Minuten werden die blanchierten Tomaten (ich habe Kirschtomaten verwendet) dazu gegeben.

Und bevor Ihr das Stifado serviert -mit Kartoffeln, kleinen griechischen Nudeln oder Baguette- könnt Ihr noch einmal richtig abschmecken. Meist fehlt noch etwas Salz und Essig, aber auch mit Oregano, Muskat und Zimt braucht Ihr nicht zu geizen!

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Also dann: Kali Orexi – Guten Appetit!

Und im nächsten Beitrag gibt es was Süßes aus Zypern, bis bald,

Eure Sabrina

4 Kommentare zu “Stifado -was lange schmort wird richtig gut-

    1. Hallo Laura, ja, das ist es auch! Das Fleisch ist butterzart und das Stifado super schnell gemacht! Liebe Grüße, Sabrina

  1. Liebe Sabrina,
    dieses Rezept habe ich mir gleich ausgedruckt, weil es sich so lecker anhört und ohne viel Mühe die Familie glücklich machen kann….
    Claudia

  2. Liebe Claudia,
    genauso soll es doch sein! Es ist wirklich lecker und kocht sich quasi von selbst! Viel Spaß beim Nachkommen!
    Liebste Grüße, Sabrina

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